Eine Extraportion Ketchup, bitte!

Random Post #3

Letztens ist mir etwas äußerst supsektes auf Facebook ins Auge gefallen, was mich nun auch dazu verleitet hat, diesen Artikel zu schreiben. Es ging um die Umfrage “Eure Lieblings Kinder Serie?”, Umfragen sind ja nun bei Facebook eine neue – meiner Meinung nach ziemlich sinnlose – Funktion. Doch bei dieser Umfrage wurde nicht nur der Begriff “Kinderserie” falsch geschrieben, sondern wohl auch sehr zweckentfremdet. Mit Kinderserien haben einige Antwortmöglichkeiten nämlich rein gar nichts zu tun. Natürlich waren Serien wie beispielsweise Wedding Peach, Ducktales, Beyblade, Micky Mouse und ähnliche dabei, allerdings auch Elfen Lied und Drawn Together. Während man bei Drawn Together schon die Stirn etwas in Falten legen wird, schüttelt man bei Elfen Lied wohl nur noch mit dem Kopf. Elfen Lied hat zwar eine wirklich gute Story, doch die graphische Umsetzung dieser, ist definitiv nicht für Kinderaugen gedacht. Spritzendes Blut und herumfliegende – abgetrennte – Körperteile werden nun sicherlich nicht den besten Lerneffekt auf Kinder haben, den man von einer Kinderserie erwarten würde. Muss der Anime ja aber auch schließlich nicht, da er an ein wesentlich älteres Publikum adressiert ist. Wie aber kommt man dazu, solche Serien als Kinderserie zu bezeichnen?
Während man in den frühen Jahren von Film und Fernsehen noch mit einigen äußerst banalen Effekten bei den Zuschauern einen wohligen Schauer auslösen konnte, erreicht man mit diesen heuten rein gar nichts mehr, sondern animiert höchstens die Lachmuskeln des Publikums. In der heutigen Zeit muss alles echt wirken, brutaler sein und jegliche Grenzen überschreiten. Man möchte, dass es so realitätsnah wie es nur möglich ist um dann mit einem erfreuten Grinsen zusammenzuzucken zu können, wenn gerade beispielsweise eine Axt einen menschlichen Schädel zertrümmert. Betrachtet man nun genau dazu ein Gewaltverbrechen in der Realität wird man mit Wörtern wie “furchtbar” oder “wie grausam” reagieren. Der Film wird jedoch ohne Weiteres mit “Hast du gesehen, wie das gespritzt hat?” oder Ähnlichem kommentiert. Der selbe Vorfall wird also unterschiedlich kommentiert, ganz darauf bezogen, wie sehr uns dieser selbst betrifft.
Der gute, alte subtile Horror scheint hingegen auf der Strecke zu bleiben. Gänsehaut alleine durch die erzeugte Spannung der Atmosphäre und Handlung hatte ich nun wirklich schon lange nicht mehr, doch eigentlich ist genau das wesentlich interessanter. Man bräuchte theoretisch all diese Effekte gar nicht, denn es reicht durch die ein oder andere Stimulation ein Kopfkino auszulösen, welches meist erschreckender sein kann, als eine tatsächliche Darstellung durch Kunstblut und einer Horde an Maskenbildnern. Doch dem soll wohl nicht so sein, schließlich müssen die Maskenbildner ja auch irgendwie ihre Brötchen verdienen. Generell jedoch scheint in unserer heutigen Zeit hauptsächlich die Darstellung zu zählen, die Story und auch die Charaktere die dargestellt werden, dürfen dabei meist etwas vernachlässigt werden, wenn das auf den Bildschirmen oder Kinoleinwänden – wenn nicht sogar auch Büchern – ein lautstarkes Staunen erzeugt und man seine Augen gar nicht mehr abwenden möchte.
Stumpfen wir langsam aber sicher ab, ist die Frage, die sich einem nun schlussendlich stellt. Doch wie beantwortet man diese am besten? Generell wird man diese Frage wohl nicht klären können, jedoch wird sie jeder für sich selbst beantworten können und müssen. Es muss Grenzen geben und sicherlich möchte niemand in irgendeiner offiziellen Liste oder Auswertung an Befragungen zu Kinderserien und Filmen, eben solche negativen Beispiele sehen. Solange jeder noch für sich selbst eine Grenze zwischen Realität und Fiktion ziehen kann, sollte alles im Reinen bleiben. Stumpf ungleich Trumpf.

 

by Maki 

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